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Wie mein Vater einen Dackel kaufte

Vater sagte immer „Lügen haben kurze Beine.“ Lügen stellte ich mir darum ein bisschen wie einen Dackel vor. Wir hatten allerdings keinen Dackel, wir hatten überhaupt keine Haustiere. Die kürzesten Beine der Familie hatte daher ich. Ich schien auch derjenige zu sein, der nach Meinung meiner Eltern am meisten Gefahr lief, der Lüge anheim zu fallen. Denn wenn Vater sagte, dass Lügen kurze Beine hätten, war es stets im Gespräch mit mir. Zu meiner Mutter habe ich es ihn nie sagen hören. Mein Vater hatte lange Beine, und meine Mutter trug hohe Schuhe, und so schienen sie mir der Lüge gegenüber immun. Meine Eltern mussten sich eigentlich nicht viel Sorgen machen, dass ich ein Lügner werden würde. Ich war ein ziemlich stilles Kind und beschäftigte mich gerne allein. In der Schule fiel ich nicht weiter auf. Ich machte meine Aufgaben und verstand mich mit den Klassenkameraden. Einmal in der Woche ging ich zum Fußball. Zu Hause las oder spielte ich, und wenn meine Mutter mir sagte, ich solle mein Zimmer aufräumen, den Fernseher ausmachen oder Brot kaufen, dann tat ich das ohne große Widerrede.